Vorkalkulation bei einem Metallbau-Unternehmen

In einem ersten Gespräch wurde schnell klar: Die Vorkalkulation des Unternehmens erfolgte aus dem Bauch heraus:

"... unser Meister ist schon 22 Jahre im Betrieb, der kennt den Markt
in- und auswendig, der hat das im Gefühl ..."

Die schwachen Ergebnisse des Unternehmens der letzten Jahre machten da skeptisch - was fehlte, war ein transparenter Blick auf Kostenstrukturen, um aus der Vorkalkulation heraus zielführende Entscheidungen für den Verkauf zu treffen.

So definierten wir das Projektziel:

Kostensätze ermitteln und nutzbares Vorkalkulationssystem bereitstellen

Projektmitarbeiter wurden neben dem besagten Meister eine Teamleiterin aus der AV sowie ein Controller. So konnten wir
- Erfahrung
- frische Ideen und
- eine belastbare Datengrundlage
als wichtige Erfolgsfaktoren in die Erarbeitung der neuen Vorkalkulationssystematik einbinden.

Die Unternehmensstruktur wurde bereits über eine einfache (weitgehend ungenutzte ...) Kostenrechnung abgebildet - auf dieser Basis konnte das Team loslegen. Wir trennten sauber variable und fixe Kostenbestandteile und entwickelten nach intensiver Diskussion über Vor- und Nachteile einer Voll- und Teilkostenrechnung unter Excel eine Systematik, die der Logik einer Stufenweisen Deckungsbeitragsrechnung folgte:

+ Materialeinzelkosten
+ Maschineneinzelkosten
+ Sonder-Einzelkosten des Auftrages
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+ Fertigungspersonal
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+ Materialgemeinkosten
+ Maschinengemeinkosten
+ Fertigungsoverhead
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+ Verwaltungs- und Vertriebsoverhead
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+ Aufschlag für Skonto
+ Risiko- und Gewinnaufschlag
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= Kalkulierter Angebotspreis

Das Kalkulationssystem befindet sich heute in der praktischen Nutzung, auf seiner Grundlage lassen sich heute sinnvoll Entscheidungen treffen.
Fragestellungen sind dabei z.B.:
- wie sieht die Auslastung aus, wie verändert sie sich durch diesen denkbaren Auftrag,
- wo könnte ein Marktpreis liegen, wie viel Deckungsbeitrag ließe sich damit erzielen oder
- bei Betrachtung der installierten Kapazität: Mit welchen Aufträgen/Akquise konkurriert dieser Auftrag.

Zur Projektaufgabe gehörte auch eine Schulung zu Verständnis, Mechanik und Interpretation einer solchen Kalkulationssystematik.

Und das Projekt erbrachte eine weitere Erkenntnis:
In Teilbereichen des Unternehmens waren die Kostenstrukturen nicht marktkonform. Hier weiter zu arbeiten ist Bestandteil des AGNOS-Verständnisses von Unternehmensentwicklung - und eine andere Geschichte ...